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Interview Stefan Holländer, Managing Director EMEA bei Formlabs

Additive Fertigung
Interview Stefan Holländer, Managing Director EMEA bei Formlabs

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Stefan Holländer, Managing Director EMEA bei Formlabs, spricht über die Trends im 3D-Druck. Bild: Formlabs
Stefan Holländer, der Managing Director EMEA bei Formlabs erläutert im Gespräch mit dem Industrieanzeiger die Trends im 3D-Druck.

» Frederick Rindle, Redakteur Konradin-Industrie

Warum ist ihrer Meinung der Hype um den 3D-Druck vorbei?

Als der 3D-Druck die Forschungslabore verließ, dachten viele in Zukunft würde jeder einen 3D-Drucker besitzen. Das hat sich heute jedoch nicht bewahrheitet. Das heißt jedoch nicht, dass der 3D-Druck an Bedeutung verloren hat. Ganz im Gegenteil: Abseits der Schlagzeilen hat sich die additive Fertigung längst als neue Fertigungsmethode durchgesetzt. Die unterschiedlichsten Industrien nutzen die Technologie, um Prototypen oder Endprodukte direkt kostengünstig, vor Ort herzustellen – von der Zahntechnik über den Maschinenbau bis hin zur Raumfahrt. Ich bin immer wieder fasziniert, bei welch unterschiedlichen Projekten unserer Produkte bzw. alle Arten von 3D-Drucker zum Einsatz kommen.

Formlabs möchte den 3D-Druck demokratisieren. Was heißt das konkret?

Formlabs wurde vor zehn Jahren gegründet und seitdem ist es unsere Mission, dass jeder alles herstellen kann. Für uns bedeutet das, dass unsere Produkte erschwinglich und einfach zu bedienen sind. Hersteller aus einer Vielzahl von Branchen werden so unabhängiger von externen Dienstleistern. Dank des 3D-Druckers können sie vor Ort – in der Werkstatt, im Labor oder auch am heimischen Schreibtisch einfach und kostengünstig Innovationen schaffen. So können in nur wenigen Stunden neue Iterationen von Produkten entstehen. Es ist sogar möglich, personalisierte Produkte für die Endverbraucher herzustellen.

Wie möchten Sie den 3D-Druck für mehr Anwendungen wirtschaftlich interessant machen?

Ein Desktop-3D-Drucker wie der Form 3 erfordert keine großen Investitionen. Auch unser neuester Drucker, der SLS-Drucker Fuse 1, ist im Vergleich zu anderen industriellen SLS-Druckern nicht nur günstiger, sondern auch platzsparender und vor allem benutzerfreundlich. Dank des 3D-Drucks können Produkte auch leicht individualisiert werden. Hiermit meine ich die Idee der Mass Customization, also die Individualisierung von sonst massenhaft produzierten Objekten. Werden mehrere SLS-3D-Drucker wie der Form 3 zusammengeschlossen, entsteht eine Digital Factory. Die Maschinen drucken parallel die gleichen Teile, jedoch jeweils mit den kundenspezifischen Anpassungen. Diese Individualisierung ist so leicht möglich, weil lediglich der Druckauftrag angepasst werden muss. Der Aufbau der Maschinen bleibt gleich. Mit dem Einsatz von 3D-Druckern können Produkte erheblich schneller hergestellt werden. Ein weiterer großer Vorteil ist, dass Hersteller unabhängiger von globalen Lieferketten werden. Weil sie direkt vor Ort produzieren, sind sie nicht auf die Lieferzeiten der Dienstleister angewiesen. Als während der Corona-Krise viele Grenzen geschlossen wurden und Lieferketten nicht wie gewohnt funktionierten, konnten Unternehmen mit 3D-Druckern Lieferengpässe häufig überbrücken und dadurch die Supply Chain optimieren und teilweise sogar neue Geschäftsfelder erschließen.

Was sind für Sie die wichtigsten Trends im 3D-Druck?

Ich denke, dass der Trend zur Regionalisierung weiter an Fahrt aufnehmen wird – nicht nur aufgrund von Grenzschließungen, limitierten Transportkapazitäten, sondern auch im Kontext der globalen Klimakrise. Unternehmen wollen und müssen Innovationen hervorbringen, um weiter im Markt bestehen zu können. Für die Endverbraucher und Unternehmen wird es jedoch zunehmend wichtig, dass bei der Produktion ein möglichst geringer CO2-Fußabdruck entsteht. Ich bin überzeugt davon, dass der 3D-Druck ein Teil der Lösung sein wird, da er Lieferketten bedeutend verkürzt.

Wie reagiert Formlabs auf diese Trends?

Aus meiner Sicht ist Formlabs stark aufgestellt. Die 3D-Drucke unseres Form 3 und des Form 3L haben eine sehr hohe Oberflächenqualität. Unsere Kunden können aus einem großen Materialportfolio wählen. Dadurch können wir beispielsweise mit Rigid 10K Spritzgussformen ohne den aufwändigen Beschaffungsprozess produzieren oder unterschiedliche anatomische Modelle für den MDR zertifizierten medizinischen Bedarf. Mit Fuse 1 und der SLS Technologie haben wir ein noch breiteres Einsatzgebiet geschaffen, den Anwendungsmöglichkeiten wird dabei kaum Einhalt geboten. Formlabs bietet perfekt abgestimmte Lösungen aus Hardware, Software und Materialien, die reproduzierbare Druckergebnisse auf allerhöchstem Qualitätsniveau erreichen. Des Weiteren liebt uns das Controlling, denn wir bieten einen kostengünstigen Einstieg in den betriebsinternen 3D-Druck mit skalierbaren Lösungen, die keine massiven Vorabinvestitionen und langen Schulungsbedarf erfordern. Und sobald man das Druckvolumen steigern möchte, addiert man einfach weitere Geräte zur Flotte. Alle Formlabs-Drucker kann man einfach, zentral und sogar remote steuern.

Formlabs GmbH
Funkhaus Berlin
Nalepastrasse 18
Block A; 2. Etage
12459 Berlin

www.formlabs.com/de


Formlabs im Überblick

Das Unternehmen Formlabs bietet 3D-Drucker, Nachbearbeitungslösungen, Werkstoffe und 3D-Druck-Software an. Der Hauptsitz des Unternehmens ist in Somerville, Massachusetts (USA). Zu den Produkten von Formlabs gehören der Form 3, der Form 3B und der Form 3L auf Basis des Low Force Stereolithography (LFS)-3D-Drucks, der Form 2 SLA-3D-Drucker, die Nachbearbeitungslösungen Form Wash und Form Cure, der Fuse 1 SLS-3D-Drucker und die Form Cell-Fertigungslösung.

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