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Kunststofftechnik: Oechsler-Konzern schließt Geschäftsjahr 2021 zufriedenstellend ab

Geschäftsjahresbericht 2021
Oechsler investiert massiv in die additive Fertigung

Oechsler_Hauptsitz_Ansbach
Der Oechsler-Konzern hat das Geschäftsjahr 2021 zufriedenstellend abgeschlossen. Große Fortschritte erzielte man beim Ausbau der additiven Fertigung. Bild: Oechsler

Der Oechsler-Konzern, eine der führenden Unternehmensgruppen der Kunststofftechnik mit globaler Präsenz und Hauptsitz in Ansbach/Mittelfranken, hat das stark von der anhaltenden Corona-Pandemie sowie von rasant gestiegenen Rohstoffpreisen geprägte Geschäftsjahr 2021 zufriedenstellend abgeschlossen.

Signifikante Fortschritte erzielte der fränkische Mittelständler beim Ausbau des Additive Manufacturing als zweiter Fertigungstechnologie neben dem Kunststoff-Präzisionsspritzguss. Unter anderem mit Specialized hat Oechsler in dem wachsenden Produktsegment weitere renommierte Kunden neben der bestehenden Partnerschaft mit einem führenden Sportartikelhersteller gewonnen. Der Konzernumsatz sank insbesondere aufgrund des mehrwöchigen pandemiebedingten Lockdowns in Südostasien und des daraus resultierenden Rückgangs im Geschäft mit Sporting Goods leicht um 2,4 % auf 369 (2020: 378) Mio. Euro.

Bereich Automotive mit einem Umsatzplus von 10 %

Die Gruppe ist in den Geschäftsbereichen Automotive, Sporting Goods und Innovative Solutions an drei deutschen und weltweit sieben Produktionsstandorten aktiv. Im zurückliegenden Jahr hat sich der mit Abstand größte Bereich Automotive mit einem Umsatzplus von 10 % auf 257 Mio. Euro am besten entwickelt. Hier produziert Oechsler vor allem elektronische Parkbremsen (EPB) und Assistenzsysteme für autonomes Fahren.

Grund für das zweistellige Wachstum war insbesondere ein dynamisches Umsatzwachstum im ersten Halbjahr. Für positive Wachstumsimpulse sorgte zudem ein neuer Großauftrag eines führenden Automobilzulieferers für die Serienfertigung von Komponenten im Metallspritzgussverfahren. Oechsler erweitert damit sein Materialportfolio über Kunststoff- und Keramik- hinaus um Metallspritzguss. Die zweite Jahreshälfte verlief durch den Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie nicht so gut wie erwartet. Insbesondere der Mangel an Halbleitern und Rohstoffen stellte die Branche und somit auch Oechsler vor große Herausforderungen.

Bereich Innovative Solutions mit einem Umsatzplus von 14 %

Im Geschäftsbereich Innovative Solutions erreichte Oechsler ebenfalls Wachstum. Die Umsätze des Bereichs legten um 14 % auf 41 Mio. Euro zu. Treiber der positiven Entwicklung war insbesondere die anziehende Nachfrage nach Komponenten für Solaranlagen. Nicht mehr enthalten sind in den Umsätzen die Erlöse aus dem Geschäft mit Sporting Goods. Diese werden seit 2021 gesondert ausgewiesen. 

Lockdown in Südostasien belastet Geschäftsbereich Sporting Goods

Der Umsatz des Geschäftsbereichs Sporting Goods ging im Vorjahresvergleich um 35 % auf 71 Mio. Euro zurück. Grund für den Rückgang ist unter anderem der Corona-bedingte Lockdown in Südostasien im dritten Quartal, in dessen Folge Oechsler sein Werk in Long An (Vietnam) zwei Monate schließen musste. Neue und erfolgreiche Produktpartnerschaften im 3D-Druck, wie etwa mit einem führenden Outdoor-Spezialisten bei der Entwicklung und Serienfertigung von Rückenpolstern für ein neues Rucksack-Modell sowie mit dem Fahrradhersteller Specialized bei der Entwicklung und Serienfertigung eines neuen Premium-Sattels, haben die Folgen der temporären Werksschließung im Berichtsjahr nicht kompensieren können.

Oechsler investiert  in den Ausbau der additiven Fertigung

Insgesamt hat die Bedeutung der additiven Fertigung innerhalb der Oechsler-Gruppe in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Der Anteil des Produktportfolios am Gruppen-Umsatz liegt weiterhin bei über 10 %. Oechsler investiert zudem massiv in den Ausbau der Produktionskapazitäten des Geschäftsbereichs: Die Standorte Ansbach-Brodswinden sowie Taicang (China) werden im Laufe des Jahres mit Investitionen in Höhe eines mittleren zweistelligen Mio.betrags erweitert.

Für 2022 plant Oechsler insgesamt Investitionen in Höhe von rund 55 Mio. Euro, davon hat das Unternehmen im ersten Quartal bereits 20 Mio. Euro und damit bereits mehr als im gesamten Berichtsjahr 2021 investiert. Trotz sich weltweit überlagernder politischer und makroökonomischer Krisen weitet das Unternehmen seine Investitionstätigkeit gegenüber dem Vorjahr damit deutlich aus. Bei einer sehr soliden Eigenkapitalquote in Höhe von 60 % belief sich das Gesamtinvestitionsvolumen in 2021 auf knapp 20 (2020: 16 Mio. Euro) Mio. Euro, hiervon entfielen 13 (2020: 11 Mio. Euro) Mio. Euro auf das Inland.

Investitionen in Projekte mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit

Ein Schwerpunkt der getätigten Investitionen lag in Projekten zur Reduzierung der CO2-Emissionen des Unternehmens. Soweit möglich bezieht Oechsler an allen Standorten nur noch Strom aus regenerativen Quellen. Wo das – wie an den Standorten in China, Vietnam und Mexiko – nicht möglich ist, hat das Unternehmen in die Errichtung eigener Photovoltaik-Anlagen investiert. Vorreiter in der Nachhaltigkeitsoffensive von Oechsler ist der Standort Weißenburg. Dort wird der Mittelständler rund anderthalb Mio. Euro in eine eigene Solar-Anlage investieren. Der Bau ist ein Ergebnis eines gemeinsam mit Bosch Climate Solutions (BCS) durchgeführten Pilotprojekts. Im Jahr 2022 werden in diesem Zusammenhang die weltweiten Scope-3-Emissionen erfasst: Sie umfassen neben dem eigenen Ausstoß (Scope 1) auch die CO2-Emissionen durch eingekaufte Energie (Scope 2) sowie die Emissionen in der vor- und nachgelagerten Lieferkette.

Wachstumsmarkt Gesundheitsbranche

Auf dem Gesundheitsmarkt sieht Oechsler in Zukunft relevante Wachstumschancen. Neben dem Aufbau von Fachpersonal hat das Unternehmen 2021 den Ausbau der Healthcare-Kapazitäten am Standort Ansbach beschlossen. In Ansbach entstehen in den kommenden Jahren neue Reinraumkapazitäten im Umfang von 2.500 m² der ISO Klassen 7 und 8. Sie ermöglichen Oechsler in Zukunft bei der Entwicklung und Produktion von Medizinprojekten höchste Anforderungen zu erfüllen.

Steigende Energie- und Rohstoffkosten sorgen für Belastung

Der starke Anstieg der Energie- und Rohstoffkosten hat Oechsler im Geschäftsjahr 2021 belastet und diese Entwicklung setzt sich fort: Der Spritzgussspezialist benötigte für die Produktion im Inland im Jahr 2021 über 21 Gigawattstunden Strom. Der Anstieg der Strompreise wirkt sich entsprechend negativ auf die Profitabilität von Oechsler aus.

Der Oechsler-Konzern gehört mit der Oechsler AG im Bereich der produzierenden Industrie zu den 15 größten Arbeitgebern in Mittelfranken. Im Jahresmittel waren 2.965 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Oechsler beschäftigt, das sind 35 weniger als im Vorjahr. Hiervon waren rund 1.360, darunter mehr als 70 Auszubildende (Vorjahr: 80), an den Standorten von Oechsler in Ansbach, Weißenburg (Oechsler AG) sowie Ansbach-Brodswinden (Oechsler Motion GmbH) tätig – und damit rund 35 Mitarbeiter weniger als im Vorjahr. (eve)

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