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Laseranlagen: Produktion in Deutschland 2019 deutlich rückläufig

Laser-Konjunktur in Zeiten vor Corona
Laseranlagen: Produktion 2019 deutlich rückläufig

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Auch vor der Corona-Pandemie wiesen die Zeichen in der Laserindustrie bereits auf eine Abkühlung hin. Das geht aus den Zahlen zu Produktion und Auftragseingang hervor, welche die AG Laser des VDMA veröffentlicht hat.

Nach Daten der Arbeitsgemeinschaft Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung im VDMA haben sowohl die Produktion als auch der Auftragseingang von Laseranlagen 2019 um etwa 18 % nachgelassen. Doch auch in der Corona-Krise bieten sich Chancen, wie Anwendungen im Bereich von Industrie 4.0 zeigen. „Durch die Reisebeschränkungen gewinnen digitale Lösungen beispielsweise für Remote Services, Predictive Maintenance oder Anbindungen an MES-Fertigungssteuerungssysteme in der Industrie weiter an Bedeutung“, erläutert Dr. Christian Schmitz, Gruppengeschäftsführer Lasertechnik der Trumpf GmbH & Co. KG in Ditzingen und Vorstandsvorsitzender der AG Laser im VDMA. „Die inhaltlichen Arbeiten der deutschen Laserindustrie an Schnittstellenstandards auf der Basis von OPC UA bilden dabei eine wichtige Grundlage.“

Produktion und Auftragseingang sinken

Die Produktion von Laseranlagen mit CO2-, Festkörper- und Diodenlasern in Deutschland hat 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 18 % nachgelassen. Das Volumen sank von 1,06 Mrd. Euro auf 870 Mio. Euro. Auch die Bestellungen verzeichnen mit 19 % ein deutliches Minus. Insbesondere die Aufträge aus dem Inland gingen um ein Drittel zurück. Mit einem Minus von gut 16 % auf rund 900 Mio. Euro blieben die Bestellungen aus dem Ausland zwar vergleichsweise stabil, dennoch hinterlassen die schwache Weltkonjunktur, der Strukturwandel in der Automobilindustrie und politisch motivierte Verwerfungen deutliche Spuren.

Unsicherheiten über die Ausgestaltung des Brexit, der anhaltende Handelsstreit zwischen China und den USA, Chinas Vorgehen in Hongkong oder die Wahlkampftöne in den USA sind nur einige Stichworte für die vielen Entwicklungen, die die Weltwirtschaft in Zeiten vor Corona in Atem hielten. „Trotz der großen Unsicherheiten hat sich die Auftragslage in den letzten Monaten stabilisiert und es gibt in einzelnen Regionen Anzeichen für eine Erholung„, erläutert Dr. Schmitz. „Die Coronakrise wird uns aber noch weiter beschäftigen: Die Effekte der ersten Welle, z. B. drohende Rezession, Zahlungsausfälle oder die wirtschaftliche Schieflage einiger Kunden sind noch nicht vollständig sichtbar. Zudem können weitere Shutdowns die Wirtschaft wieder zurückwerfen.“

Europa bleibt größter Markt für Laseranlagen

Die Exporte der deutschen Hersteller von Laseranlagen weisen für das Jahr 2019 ein deutliches Minus auf. Während 2018 noch Laseranlagen im Wert von 950 Mio. Euro exportiert wurden, sinkt der Wert um 18 % auf 782 Mio. Euro. Mit einem Anteil von knapp 61 % bleibt Europa der größte Markt, gefolgt von China mit 14 %. Japan, die USA und andere stehen für das restliche Viertel der Ausfuhren.

Plug-and-play-Lösungen für Industrie 4.0

Inhaltlich arbeitet die deutsche Laserindustrie intensiv an Lösungen für die Einführung von Industrie 4.0, so die Arbeitsgemeinschaft. Ihr Erfolg hänge u. a. entscheidend vom herstellerunabhängigen Datenaustausch in der Produktion ab. Deshalb entwickeln die Firmen derzeit einen Schnittstellenstandard auf der Basis von OPC UA mit dem Ziel, für die vertikale Kommunikation eine Plug-and-play-Lösung zu erreichen.

Der VDMA nimmt in der Erarbeitung von sogenannten OPC UA Companion Specifications eine wichtige Rolle ein, da die Arbeit der gut 3300 Mitgliedsfirmen gebündelt werden kann. Auch die Arbeitsgemeinschaft Laser und Lasersysteme für die Materialbearbeitung des VDMA ist Ende 2019 aktiv geworden. Unter Beteiligung der Universität Stuttgart wurde ein Whitepaper angefertigt, das den Großkunden von Laserstrahlquellen und Laseranlagen bereits einen Ausblick auf die zu entwickelnde Companion Specification gibt.

„Die essenzielle Basis von Industrie 4.0 bildet die Kommunikationsfähigkeit unterschiedlicher Prozess- und Fertigungsteilnehmer“, beschreibt Dr. Alexander Arndt, Manager of Digitalization and Process Design bei der Firma Laserline GmbH in Mülheim-Kärlich und Mitglied der verantwortlichen Arbeitsgruppe, das Ziel. „Der weltweit verbreitete Kommunikationsstandard OPC UA bietet hier umfassende Möglichkeiten zum plattformunabhängigen Datenaustausch zwischen verschiedensten Maschinen, Geräten und Steuerungssystemen. Die Notwendigkeit einer Industrie 4.0-fähigen Kommunikation – via OPC UA – erreicht auch die Laserindustrie. Daher arbeiten die Mitglieder aktuell an der Erweiterung bestehender OPC UA Companion Specifications, um diese auch für Lasersysteme anwenden zu können.“

VDMA e. V.

Lyoner Str. 18

60528 Frankfurt

laser.vdma.org

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