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Komponenten für 3D-Drucker: Die additive Fertigung mit dünnflüssigen oder aufschäumbaren Kunststoffen erleichtert einen neue Verschlussdüse

Dünnflüssige oder aufschäumbare Kunststoffe
Forscher stellen Verschlussdüse für 3D-Drucker vor

Komponenten für 3D-Drucker Verschlussdüse
Wer dünnflüssige oder aufschäumbare Kunststoffe mit einer geringen Dichte im FLM-Verfahren nutzen wollte, erhielt oft Bauteile minderer Qualität. Die neue Verschlussdüse soll das jetzt ändern.Bild: Fraunhofer IPA/: Jonas Fischer

Bisher war es problematisch Schäume mit geringer Dichte bei additiven Produktionsverfahren einzusetzen. Doch nun hat ein Forschungsteam vom Fraunhofer IPA eine Verschlussdüse für 3D-Drucker entwickelt und druckt damit Bauteile von zuvor unerreichter Qualität. Zu sehen gibt’s die Düse erstmals Mitte November auf der Messe „Formnext“.

Wer dünnflüssige oder aufschäumbare Kunststoffe mit einer minimalen Dichte von 80 kg/m3 für die additiven Fertigungsverfahren „Fused Layer Modelling“ (FLM) oder „Fused Filament Fabrication“ FFF) nutzen wollte, hatte bisher mit einem ärgerlichen Problem zu kämpfen: Bei Fahrten ohne Materialaustrag floss dennoch ungewollt flüssiges Material aus der Düse. So entstanden qualitativ wenig überzeugende Bauteile, die von Hand nachbearbeitet werden mussten. Und es wurde während des Druckprozesses mehr Material verbraucht als eigentlich nötig gewesen wäre.

Verschlussdüse unterbricht automatisch Materialfluss

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Produziert Bauteile von bisher unerreichter Qualität: Prototyp einer Verschlussdüse für 3D-Drucker.
Bild: Fraunhofer IPA/: Jonas Fischer

Ein Forschungsteam vom Zentrum für Additive Produktion (ZAP) am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA hat nun einen Lösungsansatz vorgestellt. Es entwickelte eine Verschlussdüse, die den Materialfluss an vorgegebenen Stellen automatisch unterbricht: Der Extrudermotor befördert das Filament aus Kunststoff zur Düse, die durch einen Federmechanismus verschlossen ist. Kurz oberhalb der Düse passiert das Filament ein Heizelement. Der Kunststoff schmilzt, wird flüssig und sammelt sich in einem Hohlraum innerhalb der Düse. Ab einem gewissen Innendruck drückt die Schmelze eine Hohlnadel, durch die das Filament zuvor selbst befördert wurde, und somit die Feder nach oben. Die Düse öffnet sich und der Kunststoff fließt aus ihr.

 

Hartschaum-Bauteile könnten künftig additiv gefertigt werden

Gestoppt wird der Materialfluss, indem die Fördereinheit kein Material mehr in Richtung Heizelement befördert. „Der restliche aufgeschmolzene Kunststoff in der Düse wird noch verdruckt. Der Hohlraum entleert sich, der Druck nimmt ab, die Feder schiebt die Hohlnadel wieder nach unten und verschließt so die Öffnung der Düse“, erklärt Jonas Fischer vom ZAP, der maßgeblich an der Entwicklung der zum Patent angemeldeten Verschlussdüse beteiligt war.

Bisher haben Forschende ausschließlich Schäume mit sehr geringer Dichte, die das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT in Karlsruhe zuvor entwickelt hatte, mit ihrer Verschlussdüse verdruckt. Denkbar wäre, dass mit diesen Schäumen in naher Zukunft beispielsweise Unterkonstruktionen für Sitzmöbel, Isolierungen, Verpackungen oder Leichtbaustrukturen additiv gefertigt werden. An sich ist die Verschlussdüse aber auch für dünnflüssige Kunststoffe wie Polyamid geeignet. Erste Testdrucke stehen jedoch noch aus.

bioxXprint – der Bio-Schaum-Drucker für gradierte Strukturen

Am Forschungsprojekt “bioxXprint – der Bio-Schaum-Drucker für gradierte Strukturen“ in dem die Verschlussdüse für 3D-Drucker entstanden ist, war neben dem Fraunhofer IPA und dem Fraunhofer ICT noch der Möbelfabrikant Rolf Benz AG & Co. KG aus Nagold beteiligt. Die Projektkoordination übernahm das Institut für Holztechnologie in Dresden. Das Forschungsprojekt war auf zwei Jahre angelegt und lief im August 2022 aus. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte es mit 250.000 Euro. (eve)

Messe Formnext: Halle 11, Stand D51

 

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